GAT - Gesellschaft für Antriebstechnik mbH
Die Gesellschaft für Antriebstechnik mbH (GAT), ein Joint-Venture von ZF Sachs und dem
Entwicklungsdienstleister GIF, entwickelt und fertigt Zweimassenschwungräder (ZMS),
die als "Mechanische Torsionsdämpfer" (MTD) bezeichnet werden.

Fertigteil MTD
Die periodischen Verbrennungsvorgänge von Hubkolbenmotoren regen
Drehschwingungen im Antriebsstrang an, die als Getrieberasseln oder
Dröhnen in der Karosserie wahrgenommen werden. Das Zweimassenschwungrad
(ZMS) soll diese Vibrationen und Geräusche dämpfen.
Das Funktionsprinzip sind geteilte Massen: Ein Teil gehört weiterhin
zum Massenträgheitsmoment des Motors, der andere Teil erhöht das
Massenträgheitsmoment des Getriebes. Die voneinander entkoppelten Massen bleiben
jedoch über ein Feder-Dämpfer-System verbunden. Eine Kupplungsscheibe
zwischen der Sekundärmasse und dem Getriebe übernimmt das Trennen und
Verbinden. Auf diese Weise werden die Drehschwingungen des Motors gedämpft
und zusätzlich wird das Getriebe entlastet.
Auf dem Umfang des außen liegenden Hauptdämpfers sind Übertragungselemente
fünffach angeordnet und absorbieren hochfrequente Schwingungen. Dies verhindert
störende Geräusche wie Getrieberasseln oder Karosseriebrummen. Ein Fett auf
Silikonölbasis führt in Verbindung mit den Reibpartnern aus Tiefziehblech und
Kunststoffkeilen zu sehr niedrigen Reibungshysteresen. Gemeinsam mit dem vergleichsweise
geringen Verdrehwinkel zwischen den beiden Massen resultiert daraus eine bei ZMS bislang
unerreichte Gutmütigkeit bei der Motorkalibrierung.
Fahrzustände wie Motorstart und -stopp, aber auch Lastwechselschläge sowie das
Fahren bei sehr niedriger Drehzahl erfordern hohe Dämpfungsmomente, die beim
MTD durch eine Zusatzreibeinrichtung bereitgestellt werden. Sie setzt in Abhängigkeit von der
Verdrehgeschwindigkeit ein und ist ebenso wie der Hauptdämpfer durch Änderungen
der Geometrie und des Schmiermittels exakt an das besondere Anforderungsprofil
der Fahrzeuge angepasst.

Startverhalten

Leerlauf-Isolation

Einzelteile des MTD
Eine trockene Gleitlagerung sorgt sowohl in axialer als auch in radialer
Richtung für die exakte Führung beider Massen zueinander. Während des
Montageprozesses wird die Bundbuchse dem Sekundärschwungrad angepasst und stellt
sie auf das erforderliche Maß ein.

MTD-Fertigung und Fertigungsroboter
Gefertigt wird auf einer weit gehend automatisierten, materialflussgesteuerten
Anlage mit 20 Stationen. Nur an fünf Stationen sind manuelle Tätigkeiten
zu verrichten. Roboter und vernetzte Mess- und Prüfsysteme stellen die Qualität
sicher. Die Eigenschaften jedes gefertigten Produktes werden auf einem
Datenträger abgelegt, so dass jeder MTD noch nach Jahren eindeutig identifiziert
und zurückverfolgt werden kann.
Für weitere Informationen schreiben Sie bitte an
Ulrich Teichert (Geschäftsführung) oder
Dr. Ulrich Rohs (Geschäftsführung) oder
Ralf von Dahlen (Produktion/Einkauf).